Goldener Stuck an hohen Decken, samtroter Vorhang, Kronleuchter und Stimmengewirr. Leuchtete vorn über der Bühne nicht eine riesige Power-Point-Präsentation auf, könnte es ein normaler Theaterabend im „Saalbau Neukölln“ sein, einem der ältesten Kulturbauwerke des Berliner Stadtteils Rixdorf. 1899 wurde hier schon Theater gespielt, seit 2009 bespielt das Volkstheater-Kollektiv „Heimathafen Neukölln“ die Bühne. Doch heute trifft Technik auf Theatersaal und in den glitzernden Steinchen einer Discokugel spiegelt sich das rote RA-MICRO-Logo. Susann Scholz und ihr Team der RA-MICRO Berlin-Brandenburg GmbH sowie die Mitarbeiter des Supportcenter Ost aus Leipzig haben zum dritten ReNo-Jahrestreffen eingeladen. 120 ReNos aus Berlin und Brandenburg haben sich an diesem Samstagmorgen eingefunden und nehmen auf den rot-goldenen Stühlen Platz. Gespannt verfolgen sie die Vorträge, lernen die Supportmitarbeiter über einem Stück Kuchen persönlich kennen und tauschen Telefonnummern aus. „Ich bin eigentlich noch Azubi“, erzählt Robert Weinhold, „aber die Einblicke sind auch für mich schon spannend. Nächste Woche kann ich die Anstöße gleich in die Kanzlei mitbringen und umsetzen“, freut er sich und holt sich schnell noch eine Tasse Kaffee, bevor der nächste Vortrag beginnt.

„Wir sind sehr stolz, heute mit Ihnen allen hier zu sein“, begrüßt Susann Scholz, Geschäftsführerin der RA-MICRO Berlin Brandenburg GmbH und Organisatorin der Veranstaltung, die vielen ReNos. Ein solches Treffen sei einmalig in Deutschland, so Scholz, und die wachsende Teilnehmerzahl von Jahr zu Jahr spreche für ihre Idee, ReNos untereinander zu vernetzen. Nicht zuletzt ginge es jedoch auch um Neuerungen in der RA-MICRO Software und die Beantwortung häufiger Fragen, die im Supportcenter Ost täglich eingehen, beschreibt sie Sinn und Zweck des Treffens. „Es ist ein Treffen von Kollegen, für Kollegen.“ Und so bieten die Vorträge einen bunten Querschnitt rund um die Arbeit mit RA-MICRO. Susann Scholz erklärt zunächst die Vorzüge der neuen RA-MICRO 7-Software. So können hier zukünftig beispielsweise in der Beteiligtenverwaltung inzwischen 99 statt vorher 9 Mandantenadressen, und je Hauptakte 99 statt 9 Unterakten abgespeichert werden. Verbesserte Online-Updates, ein optionales Tabellenmenü und elektronische Deckungsanfragen an die Rechtschutzversicherer sind weitere Schmankerl des Programms.
Besonderes Augenmerk gilt den jüngsten Neuerungen des digitalen Zeitalters. Sandra Seelig, Mitarbeiterin im Leipziger Supportcenter, erklärt, wie elektronischer Rechtsverkehr mit der Signaturkarte funktioniert. „Ihre Briefe elektronisch an die Gerichte zu übersenden ist viel schneller und leichter, als wenn Sie extra zur Post laufen müssen“, ermuntert sie die Anwesenden. Auch Susann Scholz macht in einem späteren Vortrag darauf aufmerksam, dass RA-MICRO an die neuen digitalen Alleskönner anschlussfähig ist: Mobile Akten können inzwischen an das iPad gesendet werden, wo der Anwalt sie bequem lesen, in Gesetzestexten blättern und sie zu seinen Mandanten mitnehmen kann. Das iPhone dient längst auch als Diktiergerät, das sich mit dem DictaNet-Workflow am Arbeitsplatz der ReNo automatisch verbindet. „Diese Neuerungen sind keine ferne Zukunftsmusik mehr“, so Scholz. Für junge Anwälte seien die modernen technischen Hilfsmittel längst Standard.
Besonders freuen sich die anwesenden ReNos über die Frage-und-Antwort-Runde. Im Vorhinein hatten ReNos Probleme oder Fragen formuliert, denen sich das Expertenteam aus Leipzig auf der Bühne nun stellt. In ihren weiß-roten Blusen, das RA-MICRO-Logo auf den Kragen gestickt, wirken sie fast wie ein Ensemble bereit zum Schauspielen. Dann aber wird klar: Hier steht geballte Fachkompetenz auf der Bühne – und keine Theatertruppe! Wo finde ich eine Übersicht über alle RA-MICRO-Shortcuts? Was muss ich am Jahresanfang in der Lohnbuchhaltung beachten? Wie erstelle ich Weihnachtspost für alle Mandanten? Was ist der Unterschied zwischen einem Upgrade und einem Update? Leipziger Mitarbeiter und ReNos sind gleichermaßen begeistert von diesem Zusammentreffen: „Es ist toll, den Menschen auch mal in die Augen zu sehen, während man etwas erklärt“, resümiert Claudia Linke ihren Auftritt. Normalerweise hat sie ein Headset auf dem Kopf und kennt lediglich die Stimmen der ReNos. Gabriele Ney, die schon zum dritten Mal dabei ist, äußert sich ähnlich: „Bei den zukünftigen Telefonaten mit dem Supportcenter kann man gleich an etwas anknüpfen“, erzählt sie. Man habe ein Gesicht zu der Stimme vor Augen. „Außerdem nimmt man Anregungen und Tipps für die tagtägliche Arbeit mit“, so Ney.
Als am Nachmittag der Kuchen aufgegessen, die Vorträge beendet, sämtliche Fragen beantwortet, alle Fotos geschossen worden sind, schließt sich der samtrote Vorhang des ReNo-Jahrestreffens 2010. Applaus!
